Hersteller gründen Entwickler-Plattform für mobiles Linux
Eine Gruppe von Mobilfunkanbietern und -herstellern hat eine Stiftung gegründet, die eine offene Linux-Software-Plattform für mobile Geräte entwickeln soll. Zu den beteiligten Unternehmen gehören Motorola, die Vodafone-Gruppe, NTT DoCoMo, Samsung, NEC und Panasonic Mobile Communications.
Der Schwerpunkt soll nach Angaben der Unternehmen auf der Entwicklung und der Vermarktung eines Application Programming Interfaces (API), der Spezifikation und der Architektur liegen. Geplant sei eine Referenz-Implementierung des Mobil-Betriebssystems, die später Mobilfunk- und Chipherstellern sowie Software-Entwicklern offen stehen soll. Die Stiftung will darüber hinaus eine Testumgebung anbieten, die es Entwicklern erlaubt, ihre Produkte an die Spezifikation anzupassen und zu testen.
Auch andere Initiativen befassen sich mit ähnlichen Zielen, so das Linux Phone Standards (LiPS) Forum und die Mobile Linux Initiative (MLI).
Libranet endgültig eingestellt
Die Debian-basierte benutzerfreundliche Distribution Libranet, die seit einem halben Jahr nicht mehr aktiv entwickelt wurde, wird nun wohl endgültig eingestellt.
Nach einem halben Jahr Funkstille hat sich der derzeitige Projektleiter Tal Danzig im Libranet-Forum nochmals zu Wort gemeldet. Darin verkündet er, dass Libranet nun endgültig am Ende ist. Er persönlich sehe keine Möglichkeit mehr, das Projekt fortzuführen, unter anderem wegen einer Änderung seiner persönlichen Verhältnisse. Seinem Blog kann man entnehmen, dass er offenbar eine neue Beziehung eingegangen und an einen anderen Ort gezogen ist.
Bereits von einem halben Jahr wurde die Entwicklung von Libranet gestoppt, nachdem der Projektgründer Jon Danzig am 1. Juni 2005 an Krebs verstorben war. Sein Sohn und Partner Tal führte die Distribution zunächst fort, doch sah bald keine Grundlage mehr für eine Weiterarbeit. In seiner Rolle als Geschäftsmann fühlte er sich nicht wohl und wollte lieber wieder als Programmierer arbeiten.
Libranet war eine auf Debian beruhende Linux-Distribution, die sich seit 1999 vor allem aufgrund von drei prominenten Features einiger Beliebtheit unter Linux-Nutzern erfreute. Dazu gehörten das Konfigurationstool Adminmenu, eine ansehnliche Liste unterstützter Pakete und ein benutzerfreundlicher Installer. Diese Vorteile wurden aber allmählich von anderen eingeholt und sind mittlerweile auch für andere Distributionen wie Linspire, Mepis, Ubuntu, und Xandros zum Standard geworden.
Selbst in ihrer Glanzzeit war Libranet nie mehr als ein Drei-Mann-Unternehmen. Der einzige weitere Mitarbeiter war Daniel de Kok, der als Programmierer an Libranet arbeitete und eine Zeitlang weiter das Forum betreute, aber vor kurzem wegen mangelnder Kommunikation mit Tal Danzig diese Arbeit einstellte.
Programmiersprache Java bald Open Source
Sun-Chef Jonathan Schwartz setzt Segel: “Die Frage ist nicht mehr, ob wir Java zu Open Source machen, sondern wie”
Auf der diesjährigen JavaOne-Konferenz in San Francisco hat Sun-CEO Jonathan Schwartz offiziell bestätigt, dass das Unternehmen den Source-Code für die Programmiersprache Java freigeben möchte. “Die Frage ist nicht mehr, ob wir Java zu Open Source machen, sondern wie”, wird Schwartz in US-amerikanischen Medien zitiert. Das Unternehmen hatte jahrelang dem Druck von Branchengrößen wie IBM sowie der Open-Source-Entwicklergemeinde Stand gehalten, die Sun wiederholt zur Freigabe des Codes aufgefordert hatten.
“Produkte zu Open Source zu machen bedeutet nicht, dass damit weniger Gewinn lukriert werden kann”
Mit der gefallenen Entscheidung lenkt Sun nun ein und übernimmt außerdem das von den Kritikern vorgetragene Argument, dass man sich von der Veröffentlichung des Source Codes eine vergrößerte Java-Anwenderschaft sowie eine Anstieg von Entwicklerlösungen erwarte. “Produkte zu Open Source zu machen bedeutet nicht, dass damit weniger Gewinn lukriert werden kann”, erwartet sich Schwartz von dem prophezeiten Ansteigen an Java-Anwendern wirtschaftliche Vorteile für das Unternehmen.
“Kunden und Unternehmen, die für das Produkt bezahlen wollen, werden dies auch in Zukunft beibehalten, da sie Zugang zu Support und Service-Leistungen wollen”, meint Schwartz.
Bereit
Während die geplante Umwandlung des Java-Source-Codes zu Open Source noch einige Fragen zur Umsetzung offenlässt, setzt Sun seinen vor einiger Zeit eingeschlagenen Open-Source-Weg indes mit einer Reihe von Veröffentlichungen weiter fort. So gab das Unternehmen bekannt, unter anderem den Sun Java Studio Creator, Sun Java System Portal Server sowie Web Services Interoperability Technology für die Open-Source-Gemeinde bereitzustellen.
Neue Lizenz
Vorerst gibt eine neue Version der Java Distribution Lizenz, die die Verbreitung mit Linux-Betriebssystemen und Opensolaris-Versionen erleichtern soll. In der Vergangenheit ist Java aus lizenzrechtlichen Gründen aus den Default-Installationen einiger Linux-Varianten geflogen.
Enterprise Edition 5
Zusätzlich stelle Sun die neue Java Platform Enterprise Edition 5 (Java EE 5) vor. Das kostenlose Entwicklerkit besteht aus einer Referenz-Implementierung (RI), dem Technology Compatibility Kit (TCK) und dem Software Development Kit (SDK) einschließlich der Java System Application Server Platform Edition 9,0.
Den Sound-Dämon in Linux konfigurieren
An sich funktioniert der Sound auf Ihrem Linux-System, was Sie etwa an hörbaren Systemklängen feststellen. Manche Anwendungen bleiben trotzdem stumm. KDE- und Gnome-Anwendungen geben ihre Klänge nicht direkt auf die Soundkarte aus, sondern leiten sie jeweils weiter an einen Sound-Server (Sound-Dämon), der dann seinerseits mit der Soundkarte spricht.
Problem:
An sich funktioniert der Sound auf Ihrem Linux-System, was Sie etwa an hörbaren Systemklängen feststellen. Manche Anwendungen bleiben trotzdem stumm.
Lösung:
KDE- und Gnome-Anwendungen geben ihre Klänge nicht direkt auf die Soundkarte aus, sondern leiten sie jeweils weiter an einen Sound-Server (Sound-Dämon), der dann seinerseits mit der Soundkarte spricht. Da dieser Dämon die Soundkarte für die Dauer der Sitzung belegt, hat kein Programm eine Chance, das direkt Klänge an die Karte senden will. Umgekehrt bleiben Gnome- und KDE-Anwendungen stumm, wenn Sie keinen dieser Desktops verwenden, Sie also etwa unter Xfce arbeiten. Sie müssen deshalb die Soundkonfiguration eines betroffenen Programms an die von Ihnen verwendete Desktop-Umgebung anpassen.
Finden Sie dafür keinen eigenen Menüpunkt, dann schauen Sie, ob das Programm eine Konfigurationsmöglichkeit für Plug-ins anbietet. Oft gibt es eine eigene Kategorie “Ausgabe” für die Sound-Plug-ins. Unter KDE wählen Sie für die Soundausgabe “arts” oder “artsd”, unter Gnome “esd” oder “esound”. Wenn Sie weder KDE noch Gnome verwenden, sind “alsa” oder “oss” für die direkte Ausgabe die richtigen Optionen - probieren Sie aus, was besser funktioniert.
Manche Anwendungen sind allerdings nicht darauf vorbereitet, unter KDE oder Gnome zu laufen: Sie wollen den Sound immer direkt ausgeben und bieten keine Möglichkeit an, das zu ändern.
In einem Terminal-Fenster können Sie auch solche Anwendungen oft zur Zusammenarbeit mit dem Sound-Dämon überreden: Vor dem Start des betroffenen Programms geben Sie unter KDE den Befehl “artsdsp”, unter Gnome “esddsp” ein. Das Kommando simuliert dem aufgerufenen Programm eine virtuelle Soundkarte und leitet den Klang an den Sound-Dämon weiter.
Manchmal hilft aber auch das nichts. Dann bleibt als letzte Möglichkeit, den Sound-Dämon so lange stillzulegen, wie die renitente Anwendung läuft. KDE tut das automatisch, wenn der Sound-Dämon eine Minute lang keine Klänge zu verarbeiten hat. Das heißt, dass Sie entweder die Minute abwarten oder eine kürzere Zeit festlegen, etwa 10 Sekunden mit “artsshell autosuspend 10?. Mit “artsshell suspend” stellen Sie ihn sofort ruhig. Unter Gnome gibt es keine Automatik: Hier schicken Sie den Dämon mit
esdctl standby
schlafen. Per “esdctl resume” müssen Sie ihn manuell wieder aufwecken, wenn Sie die Anwendung beendet haben.
Skype setzt auf fremde Entwicklerhilfe
Developers Program feiert 400 zertifizierte Produkte nach einem Jahr
Das vor genau einem Jahr ins Leben gerufene Skype Developer Program hat sich dem VoIP-Anbieter zufolge prächtig entwickelt. Rund 3500 Entwickler haben sich bisher an dem Programm beteiligt. Basierend auf dem Application Protocol Interface (API) sind daraus mittlerweile mehr als 300 zertifizierte Software- und 100 Hardwareprodukte hervorgegangen. Diese Entwicklung will Skype noch intensivieren. Im kommenden Jahr will man dem Programm zu weiterem Wachstum verhelfen sowie die Entwicklergemeinde besonders in Nordamerika noch stärker unterstützen.
Das Skype API ist auf Windows, Mac OS X sowie Linux verfügbar und kann somit von jedem Entwickler kostenlos für nicht-kommerzielle, aber auch kommerzielle Anwendungen genutzt werden. Mit dem freien Zugang will Skype die Entwicklung von innovativen Integrationslösungen fördern, da ein attraktives Software- und Produktangebot, das auf den Skype-Diensten basiert, naturgemäß auch dem VoIP-Dienstleister zugute kommt. Entwickler lockt Skype mit dem Hinweis auf die 100-Millionen-Mitgliedergemeinde, die markttechnisch naturgemäß eine attraktive Einnahmequelle darstellt.
Wie das Unternehmen mitteilte, zeigt man sich besonders an der Entwicklung zertifizierbarer Anwendungen für die Gebiete SMS, Sprachzugang, Rufweiterleitung, Plug-in, COM4Web sowie Skypecasts interessiert. Um Entwickler bestmöglich zu unterstützen, bietet Skype Mitgliedern des Programms neben dem eigenen API eine eigens eingerichtete Webseite mit Zugang zu Tools, Mustercodes und technischer Unterstützung an. Darüber hinaus hat Skype ein Zertifizierungsprogramm ins Leben gerufen, das die Qualität des Produktes gewährleisten sowie den Zugang zum Massenmarkt erleichtern soll.
Skype verwies in diesem Zusammenhang auf eine kürzlich vorgestellte Lösung des VoIP-Infrastrukturanbieters Vapps. Dieser hatte in der Vorwoche eine Skype-zertifizierte Software vorgestellt, die kostenlose Konferenzgespräche mit bis zu 500 Teilnehmern ermöglicht.
eBanking-Software der Hypovereinsbank nun auch für Linux
Die Hypovereinsbank bietet ihr Online-Banking-Programm HVB globalTRXnet jetzt auch in einer Version für das freie Betriebssystem Linux an.
Mit der Software können Geschäftskunden ihren kompletten Inland- und Auslandszahlungsverkehr bei der HypoVereinsbank abwickeln.
Mit der Portierung auf Linux will das Finanzinstitut der wachsenden Bedeutung des Open-Source-Betriebssystems Rechnung tragen. Die Linux-Version solle gezielt für die Gewinnung von Neukunden eingesetzt werden, erklärte Leiter eConsulting Alfred Engelhard.
Genausowenig wie das proprietäre Windows-Pendant ist GlobalTRXnet für Linux indes quelloffen. Dass die Bank den Sourcecode des Produkts unter Verschluss hält, begründet sie lapidar mit der Aussage, man wolle “einen Mißbrauch im Zahlungsverkehr vermeiden”. Damit zeigt sie leider, dass zumindest die Mythe der vermeintlichen Unsicherheit von freier Software mancherorts noch springlebendig ist.
Linux - Linuxtips - Linuxsystem
Posted on Mon, Jun 19 2006 @ 11:54 AM [EST]
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